Mitarbeiterin

Commy und Wecksy

Begebenheiten zum Schmunzeln

Seit fast 20 Jahren arbeite ich im Caritas-Seniorenheim St. Elisabeth in Eichstätt. Immer wieder gab es dabei Begebenheiten, die mich zum Schmunzeln brachten. Ein paar davon, die mir spontan in den Sinn kommen, möchte ich Ihnen gerne erzählen.

Als ich eine an Demenz erkrankte Bewohnerin duschen musste, nutzte ich die Zeit, um mich mit ihr über ihre Biografie zu unterhalten. Ich erkundigte mich nach ihren Kindern, wie viele sie habe, wo sie wohnten und wie sie denn hießen. Als ich sie fragte, wie denn ihr Ehemann hieß, dachte sie laut nach und überlegte dabei: "Wie hat jetzt der Werner geheißen!"". Da war des Rätsels Lösung gefunden und wir mussten beide herzhaft lachen.

Ein anderes Mal brachte ich eine Bewohnerin, die schwer pflegebedürftig war, zu Bett. Als sie im Bett lag, und alles für die Nachtruhe bereit war, sagte sie zu mir: "Danke, Schwester Anita. Kommen Sie gut heim"….. ich dachte nicht lang nach und sagt aus lauter Routine: "Danke, Sie auch!".

Frau K. stammte aus dem norddeutschen Raum, und kam durch ihren Sohn zu uns nach Eichstätt. Deshalb verstand sie unseren Dialekt nur schwer, und es war besonders wichtig, hochdeutsch mit ihr zu sprechen. Leider war ich in Deutsch nie besonders gut, und trotz aller Bemühungen passierte es mir immer wieder, dass ich beim Reden in den Dialekt rutschte. Zum Abschied abends sagte ich zu Frau K.: "Morgen komm i und weck Sie!". Sie blickte mich nur verwundert mit großen Augen an und sagte: "Commy und Wecksy kenn ich nicht!". Da wusste ich, dass mein Hochdeutsch noch etwas Übung bedarf.

Frau K. stellte eines Tages im Hinblick auf unsere Berufskleidung fest: "Die jungen Leute heutzutage tragen alle weiß - zu meiner Zeit war das noch nicht so!"

Eines Abends habe ich Frau B. ins Bett gebracht. Kurz darauf läutete sie nochmal. Als ich sie fragte, was sie denn brauche, meinte sie: "Schwester, ich hab die Füße beim Kopf!". Erst beim näheren Hinsehen wusste ich, wo das Problem lag: Die Bettdecke lag verkehrt herum auf ihr. Die Sache konnte schnell behoben werden!

Frau Sch. fragte im Wohnbereich ihren neuen Mitbewohner "Wie heißen Sie nochmal!" "Ich bin der Herr Singer!". Sie darauf: "Ich hab doch gewusst, dass es etwas mit Musik war!"

Einmal kam jemand von der Betreuungsstelle, um zu überprüfen, inwieweit die Erinnerungsfähigkeit von Frau K. noch vorhanden sei. Diese, schon etwas fortgeschritten an Demenz erkrankt, wusste es galant zu überspielen und fand auf jede Frage eine passende Antwort. "Wissen Sie, welchen Monat wir momentan haben?" "Januar, Februar, März…..Warum fragen Sie denn, wenn Sie es eh wissen!". "Wie heißt denn Ihr Sohn?" Sie schaut mich mit großen Augen an und sagt: "Das musst Du doch wissen, Du bist doch mit ihm verheiratet!" (was natürlich nicht stimmte). So ging es die ganze Begutachtung weiter.

Das sind nur einige Anekdoten aus dem Alltag eines Seniorenheims, die zeigen, dass es immer wieder Dinge gibt, die einen zum Lachen bringen und das Leben schön machen!

Mitarbeiterin (39 Jahre)