Porträt

Gründer

Karl Vogt

Ein Porträt aus Nachrufen in der Eichstätter Volkszeitung / Eichstätter Kurier vom 30.04.1925 und dem Pastoralblatt des Bistums Eichstätt vom 20. Juli 1928

* 26. August 1867: geboren zu Germersheim, Diözese Speyer

Karl Vogt war "ein Soldatenkind und ein Sprößling der sonnigen Pfalz". Seine Kindheit verlebte er in Ingolstadt, bevor er ins Bischöfliche Seminar in Eichstätt eintrat. Dort hatte schon einige Jahre vorher sein Bruder Aufnahme gesucht, doch er starb frühzeitig.

15. März 1891: Priesterweihe

1891: Kooperator in Monheim

"Ein Jahr lang war er unter sehr schwierigen Verhältnissen Stadtkaplan in Monheim. Doch er wußte alle Schwierigkeiten so taktvoll zu meistern, daß er am 24. Mai 1892 als bischöflicher Sekretär nach Eichstätt berufen wurde", heißt es in einem Nachruf im Pastoralblatt vom 20. Juli 1928.

1892: Bischöflicher Sekretär unter Bischof Franz Leopold Frhr. von Leonrod (1867-1905)

"Seine Treue war vorbildlich. Sein sonniges Gemüt erquickte den von Hirtensorgen oft schwer bedrängten Bischof; sein feiner Takt ersparte dem Oberhirten manche Ungelegenheit; seine Liebenswürdigkeit regelte schönstens den Verkehr zwischen Bischof und Diözesanen. Wie ein Sohn für den Vater, so sorgte Vogt für seinen Bischof, als dieser erkrankte und er bettete den Toten mit eigener Hand in den Sarg zur letzten Ruhe. Danach stand er in gleicher Weise dem neuen Bischof zur Seite als dessen erster Sekretär."

Vogt mit Bischof Leonrod

1897: Domvikar

1903: Domprediger

Vogt war "ein gewandter, feuriger und gern gehörter Prediger wie Redner. (...) Seine Predigtweise ähnelte ganz und gar der Predigtweise des verewigten Bischofs Leonrod, nur daß er mit Vorliebe die Kirchenväter auswertete".

1908: Stadtpfarrer in der Pfarrei zur Schw. Unserer Lieben Frau in Ingolstadt

"Da wirkten sich seine edlen Charaktereigenschaften zum Heile seiner Pfarrkinder ganz und voll aus. Als Sprößling einer Soldatenfamilie unterhielt er gute Beziehungen zum Militär. Der Frauenwelt diente er durch Gründung des kath. Frauenbundes sowie des kath. Arbeiterinnenvereins." "Er konnte gut beten, aber auch herzlich lachen in den Stunden der Erholung, so herzlich und anhaltend, als ob er einen Anfall von Lachkrampf hätte."

1913: Berufung in das Bischöfliche Domkapitel

1916: Mitbegründer des Katholischen Jugendfürsorgevereins

"Zum Besten der gefährdeten und sittlich gestrandeten Jugendlichen rief er mit vieler Mühe den kath. Jugendfürsorgeverein für die Diözese Eichstätt ins Leben."

1918: Vorsitzender des Caritasverbandes

"Als im Jahre 1918 der Diözesan-Caritasverband gegründet wurde, wurde er zu dessen Vorsitzenden gewählt und brachte den Verband zur vollen Blüte unter der Devise des großen Völkerapostels: "Caritas urget nos: Die Liebe drängt uns." 

7. Oktober 1924: Berufung zum Generalvikar

Nach einer Badekur in Nauheim, die er wegen seines Zuckerleidens benötigt hatte, folgte er dem an einem Herzleiden erkrankten Generalvikar Dr. Triller nach. "Nicht der freien Wahl, sondern der eisernen Pflicht gehorchend, nahm er sie auf sich mit all den Mühen und Sorgen und der nicht geringen Verantwortung, die sie in sich schließt." "Daß sie mit an seinem Lebensmarke zehrte und daß seine Kräfte immer mehr schwanden, konnte man deutlich beobachten."

+ gestorben am Mittwoch, 29. April 1925, im Alter von 57 Jahren und 8 Monate

"Bei den langen Funktionen der diesjährigen Karwoche zog er sich einen tiefen Brustkatarrh zu, der sich leider bald zur Lungenentzündung entwickelte. Zu Anfang der letzten Woche schien es besser zu gehen, allein schon nach einigen Tagen trat ein Rückschlag ein, der bald zum gänzlichen Verfall der Kräfte führte. Am Mittwoche morgens empfing er noch mit großer Andacht die hl. Sterbesakramente, wurde aber schon eine Stunde später bewußtlos und verschied dann ruhig und kaum merklich abends 9 Uhr."

"Mit ihm ist ein frommer Priester, ein edler, vornehmer Charakter, ein treuer Diener der Kirche, der er mit größter Verehrung und begeisterter Liebe anhing, ein rastlos tätiger Arbeiter, ein Mann ausgezeichnet durch Liebenswürdigkeit und Entgegenkommen und dienstbereit bis zur Selbstaufopferung in eine andere, bessere Welt hinübergegangen. Bischof, Domkapitel und Diözese betrauern seinen allzu frühen Heimgang."