Willibaldswoche

Tag der Caritas, 12.07.18

Tag für Sammler und Ehrenamtliche

"Wir sind überwältigt von der großen Schar: Hier ist ein guter Teil der Seele der Caritas versammelt, nicht nur der Organisation, sondern des Auftrags der Caritas." Mit diesen Worten brachte Bischof Gregor Maria Hanke seine Freude darüber zum Ausdruck, dass rund 600 Sammlerinnen und Sammler sowie andere Ehrenamtliche aus Caritaseinrichtungen heute ins Festzelt auf der Seminarwiese gekommen waren. Dort wurde speziell diesen Engagierten ein Caritastag im Rahmen der Willibaldswoche sowie der Feierlichkeiten zum diesjährigen 100-jährigen Jubiläum des Diözesan-Caritasverbandes gewidmet. Zuvor hatte der Bischof den Einsatz der Freiwilligen in einem Gottesdienst im Dom gewürdigt, den er unter anderem mit dem derzeitigen Caritasdirektor Franz Mattes und früheren Direktor Johannes Schmidt zelebrierte.

An die Ränder der Gesellschaft gehen

"Die vielen strahlenden Gesichter hier im Dom von Menschen, die ihren Dienst unermüdlich tun, würden den heiligen Willibald ganz besonders freuen", sagte Caritasdirektor Mattes zu Beginn des Gottesdienstes. Bischof Hanke ergänzte in seiner Begrüßung: "Vielleicht würde er sagen: Da hat sich gegenüber meiner Zeit noch etwas verbessert." Der Bischof dankte den Ehrenamtlichen dafür, dass "Sie nicht nur ein besonderes Arbeitspotenzial entfalten, sondern eines der Liebe und Hingabe". Mit Bezug auf das Jubiläumsmotto des Caritasverbandes für die Diözese Eichstätt "Ohne Liebe ist alles nichts" vermittelte Hanke die christliche Überzeugung "Gott ist die Liebe". Dadurch sei er "nicht lieb und noch etwas anderes, sondern mit seinem Herzen dem Menschen ganz zugewandt". Gott dränge es dabei vor allem "zum Armen und Schwachen". Und "wenn Gott uns so liebt, müssen auch wir einander lieben", folgerte der Bischof mit Worten aus der beim Gottesdienst vorgetragenen Lesung aus dem ersten Johannesbrief. Er erinnerte daran, dass Papst Franziskus für diesen Liebesdienst unlängst dazu aufgerufen hatte, an die Ränder der Gesellschaft zu gehen. Viele der gekommenen ehrenamtlich Engagierten täten dies vor allem für kranke und alte Menschen, lobte Hanke.

Der Bischof dankte aber insbesondere auch den Caritas-Sammlerinnen und Sammlern. Diese hätten gerade bei der diesjährigen Frühjahrssammlung - wenige Wochen, nachdem der Finanzskandal öffentlich wurde - keinen leichten Stand gehabt. Viele hätten dennoch mutig ihren Dienst getan und seien erneut von Haustür zu Haustür gegangen. "Caritas kann man nicht einfach an einen Fachverband delegieren. Die große Organisation braucht die gelebte Caritas. Vor  allem die freiwilligen Helferinnen und Helfer machten diesen Zusammenhang deutlich, so Hanke. Angesichts zahlreicher Herausforderungen - vom Fachkräftemangel bis zu vielfältiger Not von Menschen - brauche die Caritas zweifellos fachliche Kompetenz, aber sie benötige auch "die Gesichter, hinter denen ein liebendes Herz steht". Und dieses zeigten insbesondere die Ehrenamtlichen. Caritasdirektor Mattes sagte, "Ehrenamt" stehe für "eine Ehre, im anderen Gott dienen zu dürfen". Vom Rednerpult im Festzelt an die rund 600 Ehrenamtlichen gerichtet, sagte Mattes salopp: "Macht‘s einfach weiter so."

Die freiwillig Engagierten selbst freuten sich, zu dem besonderen Tag eingeladen worden zu sein: "Diese Veranstaltung mit dem ganzen Rahmenprogramm ist eine echte Wertschätzung unserer ehrenamtlichen Arbeit. Ich habe dafür einen anderen Termin sausen lassen", erklärte Andrea Eikam (58), die im Besuchsdienst des Caritas-Seniorenheimes St. Pius in Ingolstadt tätig ist. Sie sowie die vielen anderen Eingeladenen genossen nach dem Mittagessen im Festzelt ein geselliges Programm mit dem Dominik Harrer aus Möckenlohe und Musikern des dortigen Musikvereins. Fröhliche Volkslieder wurden ebenso gesungen wie spezielle Caritassongs, etwa "Caritäter" oder der Sammelbüchsensong.

Herzenswünsche im Zelt

Eine solche Büchse stand auch im Festzelt: nicht, um Geld zu sammeln, sondern um auch hier - wie bereits in vielen Caritaseinrichtungen - den Beteiligten die Möglichkeit zu geben, ihren Herzenswunsch in einer Box zu hinterlassen. So schrieben viele Ehrenamtliche ihre innigsten Anliegen auf Kärtchen und warfen diese in einem Briefumschlag in die Sammelbüchse. Am 28. September werden bei einem weiteren Jubiläumsgottesdienst im Eichstätter Dom alle diese Briefe in einer großen Sammeldose vor den Altar gestellt - und werden so symbolisch die Herzenswünsche in die Hand Gottes gelegt. 

Zum Abschluss erfreuten sich die Beteiligten an mehreren kulturellen Angeboten: Einige nahmen an einer Führung im Dom oder im Collegium Orientale teil, andere genossen ein Orgelkonzert mit besinnlichen Texten in der Schutzengelkirche, manche besichtigten die ehemalige fürstbischöflichen Residenz oder das Diözesanmuseum und wiederum andere begingen den barocken Hofgarten.